faircato in Zeiten von Corona

 

Heute möchte ich mich mit einer Beschreibung an euch wenden, wie es bei faircato in diesen Tagen aussieht. So oder ähnlich geht es zurzeit etlichen, auch vielen unserer Freunde und Kollegen: 

Vielleicht erinnert ihr euch ja an das kleine Label, bei dem ihr mal was gekauft habt, oder an den Bio-Imker auf dem Wochenmarkt, der so leckeren Honig hatte. Den Bioanbaubetrieb, der seine Waren vermarktet hat und dessen Gemüse so lecker war. Den Handwerksstand, der so tolle Dinge selbst produzierte. Das leckere Leinöl vom kleinen lokalen Produzenten, der ja auch einen Versand anbietet. Sie alle brauchen jetzt besonders Unterstützung.

 

 Viele Soloselbstständige, Künstler, Freiberufler und Kleinunternehmer sind schwer von der aktuellen Situation getroffen. faircato bildet da keine Ausnahme.

Ich beabsichtige nicht zu werten, dennoch beziehen sich meine Schilderung gerade auf die Menschen, die im ökosozialen Umfeld ihren Lebensunterhalt zu verdienen versuchen. Diejenigen, die versuchen neue, vielleicht zukunftsfähigere Wege zu gehen. Diejenigen, die im bisherigen Geschäftsleben im Vergleich zur konventionellen Wirtschaftsweise selbstauferlegte Hürden zu bewältigen haben.

Einkauf von Rohmaterialen, die deutlich teurer sind. Beachten und respektieren von Menschenrechten und fairen Arbeitsbedingungen innerhalb von Liefer-, und Produktionsketten. Wertschätzung der Umwelt durch Verzicht auf umweltgefährdende Stoffe und Produktionsweisen. Ein stetiger Verbesserungsprozess in der eigenen Wirtschaftsweise hin zu einer lebenswerten Welt ohne Umweltzerstörung durch maßlose Ausbeutung und soziale Ungleichheit. Und das möglichst weltweit.

All das forderte bisher schon einen hohen Mehraufwand, der die Marktchancen oft erschwerte. Denn wir alle stellen uns einem noch immer konventionellen Markt. 

Wir stehen in Konkurrenz mit niedrigen Preisen der konventionellen Wirtschaft. Dringend benötigte Reichweite ist nicht finanzierbar und das immer verstärkter auftretende Green-Washing ist ein weiteres Problem, mit dem wir fertig werden müssen.

 

In der aktuellen Situation ist faircato schwer getroffen. Die ohnehin schon vergleichsweise geringen Umsätze sind stark eingebrochen und viel schlimmer: anstehende Veranstaltungen sind bis zum Frühsommer abgesagt. Ich verdiene das wenige Geld, welches mir zum Leben reichen soll, zum Großteil auf Veranstaltungen, an denen ich, auch mit der Unterstützung durch meine Partnerin Bianca, als Aussteller teilnehme.

Sie sind unverzichtbar, denn dort generiere ich neben überlebenswichtigen Umsätzen auch die dringend benötigte Reichweite, um über meinen Onlineshop weitere bescheidene Einnahmen generieren zu können.

All das bricht bis mindestens Anfang Juni weg. Das wichtige Frühjahrsgeschäft inklusive Ostern ist nun völlig eingebrochen.

Das Ganze vor dem Hintergrund, dass ich bereits Geld in den Start der Saison investiert habe, dass nun dringend fehlt. Ware, ebenso wie Arbeitsmittel mussten gekauft werden und die ersten Gelder sind an Veranstalter geflossen.

Es bleibt abzuwarten ob die Juniveranstaltungen, wie z.B. das Berliner Umweltfestival Anfang Juni vor dem aktuellen Hintergrund stattfinden werden. Auch die Veranstalter müssen irgendwann reagieren und möglichst große Schäden vermeiden. Je weiter deren Planungen fortgeschritten sind, desto höher ist auch der Schaden auf ihrer Seite, wenn sie die Veranstaltungen absagen müssen. So setzt zurzeit eine Kette an Absagen ein, deren Ende noch nicht absehbar ist.

Inwieweit die Hilfen der Bundesregierung greifen werden, wie die Auflagen aussehen und ob sie an Kredite gebunden sind, die dann eine neue unverschuldete Schuldenlast bedeuten, ist bislang ebenso wenig absehbar.

Bisher habe ich mit faircato versucht bankenunabhängig zu wirtschaften. In sehr kleinen Schritten und mit privater Hilfe Dritter konnte ich die Leistung stetig verbessern. Nun steht all das vor einer ungewissen Zukunft.

 

Mit faircato möchte ich auch weiterhin für mein Einkommen arbeiten! Was schon früher fehlte und gerade jetzt umso mehr, ist Reichweite. Reichweite, die so einfach zu generieren wäre. Abseits von teuren Marketingmaßnahmen, die sich ein Kleinunternehmen wie faircato noch nie leisten konnte.

Das simple Teilen dieses Beitrages ist beispielsweise schon eine Hilfe. Ich bitte euch diesen Beitrag mit euren Freunden zu teilen und bitte Verbände und Organisationen, gerade aus dem Umwelt-, Sozial- und Biobereich, um ihre Unterstützung und ihre Reichweite ohne eigene kommerzielle Interessen zu nutzen. Es bedarf eigentlich so wenig. Auch das bedeutet Solidarität in dieser Zeit.

 

Mit faircato versuche ich selbstbestimmt und sinnvoll mein Leben zu gestalten. Und ich glaube auch in diesen Zeiten an eine lebenswerte Zukunft.

Mein berufliches Leben verschwimmt sehr stark mit dem Privaten. Es ist eben Überzeugung und nicht nur Gelderwerb.

Darum lasse ich euch gerne teilhaben an meinem, nein, unserem Morgen des 28.März 2020.

Ein traumhafter Sonnenaufgang in der Nuthe-Nieplitz Region. Wir wurden wieder beschenkt, wie an so vielen Tagen in der Natur.

Heute durften wir u.a. zwei Rehe beobachten, die bis auf knapp 10 Meter an uns herankamen, bis sie uns entdeckten. Das seht ihr ja auf den Bildern.

Ein wirklich schöner Morgen, auch trotz der ungewissen Zukunft.


 

!Alle Veranstaltungen und Markttermine sind bis einschließlich Ende Mai 2020 abgesagt!

 

 

Kreta April / Mai 2020

 

ABGESAGT aufgrund der Bestimmungen zur Corona-Krise!